Eisenzentrum nach SIHO

Nach erfolgreicher Ausbildung bei der Swiss Iron Health Organisation darf die Praxis seit November 2015 die Zusatzbezeichnung „Eisenzentrum“ führen. Eisenmangel beruht in den westlichen Industrienationen nur in weniger als 5% auf pathologischen Ursachen. Aufgrund natürlicher Ursachen stellt Eisenmangel aber eine globale und bisher unterschätzte Volkskrankheit bestimmter Risikogruppen dar: Neben Frauen im Menstruationsalter (Eisenverluste) sind wegen des Mehrbedarfs und Fehl- bzw. Mangelernährung häufig auch Kinder und Senioren betroffen, darüber hinaus haben Leistungs-Sportler einen erhöhten Eisenbedarf.

Trotz der komplizierten Biochemie des Eisenstoffwechsels können aus klinischer Sicht vereinfachend drei Kompartimente mit Eisenvorkommen im menschlichen Organismus beschrieben werden:IDS1

1. Kompartiment:

Speichereisen – ca. 20% des Eisengehaltes im Organismus
wird bei (erhöhtem) Bedarf zuerst entleert

2. Kompartiment:

Funktionseisen – ca. 10% des Eisenvorkommens im Organismus
darauf wird als nächstes zurückgegriffen, wenn weiter Eisenbedarf besteht, um die Blutbildung als lebensnotwendigste eisenabhängige Funktion aufrecht zu erhalten

ca. 180 Körperfunktionen sind auf Reaktionen mit Eisen angewiesen, darunter:

Hormonsynthese:
Synthese von Serotonin, Dopamin, Melatonin und Cortisol, sowie von Schilddrüsen- und Geschlechtsshormonen

Energiestoffwechsel:
Eisen-Schwefel-Moleküle als zentrale Bestandteile im Citratzyklus und der Atmungskette zur Gewinnung von Adenosintriphosphat (ATP)

Körpergrundsubstanz:
Umbau von Eiweissketten zu stabilen Fasern. Diese Hxdroyxlierungsreaktion ist wichtig für den Aufbau von u.a. Haut, Haaren, Nägeln und Schleimhäuten

Myoglobin-Bildung:
dieses Protein ist zuständig für den Sauerstofftransport in der Muskulatur

Verdauungstrakt:
eisenhaltige Eisosanoide sind notwendig zur Säureproduktion und für die Stabilität der Schutzschicht der Schleimhäute

Immunsystem:
eisenhaltige Leukotriene sorgen für eine optimale Immunkompetenz und stehen somit in Zusammenhang mit allergischen und entzündlichen Reaktionen

hieraus lassen sich die Symptome ableiten, die durch Drosselung der einzelnen Funktionen durch Eisenmangel im zweiten Kompartiment auftreten können:

Gruppe 1:
Erschöpfungszustände (87%*)

Gruppe 2:
Konzentrationsstörungen (56%*), depressive Verstimmungen, psychologische Labilität (50%*), Schlafstörungen (43%*)

Gruppe 3:
Disiness-Gefühl im Kopf (44%*), Kopfschmerzen (49%*), Verspannungen im Nacken (49%*)

Gruppe 4:
trophische Störungen wie Haarausfall, Nagelbrüchigkeit, Restless Legs

(* Prozentangaben nach Eurofer IV multizentrische Praxisstudie in: SIHO-Journal 2014, 1; 2-7)

 

3. Kompartiment:

Eisen im roten Blutfarbstoff – ca. 70% des Eisenvorkommens im Organismus

erst wenn der Eisenspeicher entleert und die Reserven des Funktionseisen verbraucht sind, lässt der Körper einen Verbrauch des Eisens im roten Blutfarbstoff zu, was schliesslich zum Spätstadium – zur Eisenmangelanämie mit Symptomen wie Blässe, Atemnot und Tachykardie führt

Die beiden ersten Stadien werden als Eisenmangelsyndrom (IDS) bezeichnet und sind neben objektiven Kriterien (erniedrigtes Ferritin) von subjektiven Kriterien (Symptomen) gekennzeichnet. Nur das dritte Stadium, die Eisenmangelanämie (IDA) ist hochschulmedizinisch als Erkrankung mit den objektiven Kriterien tiefem Ferritinwert und Veränderungen im roten Blutbild anerkannt.

Es ist das Verdienst der Swiss Iron Health Organisation unter Federführung von Dr. med. Beat Schaub das alte Wissen um die Vorstadien der Eisenmangelanämie neu entdeckt, analytisch untersucht und in einem standartisierten Symptomenscore beschrieben zu haben. Darüber hinaus hat die Gesellschaft ein sicheres Therapiemanagement entwickelt, standartisiert und multizentrisch evaluiert:

 

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Sind nach Erhärtung der Verdachtsdiagnose durch signifikant positiven klinischen Symptomenscore (subjektive Kriterien) und Erhärtung durch spezifische Labordaten nach Blutabnahme (objektive Kriterien) die Indikation für eine intravenös applizierte Eisentherapie gegeben und Kontraindikationen ausgeschlossen, erfolgt zunächst eine intravenöse Aufsättigung nach Berechnung der individuell erforderlichen Eisenmenge sowie die Festlegung der Einzeldosierungen und Zeitintervalle. Zwei Wochen nach der letzten Infusion erfolgt eine Therapiekontrolle, im Erfolgsfalle eine zweite Therapiekontrolle nach 3 Monaten zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Therapie und Berechnung der individuellen, Erhaltungsdosis. Dieses standartisierte Vorgehen wird als Swiss Iron System (SIS) bezeichnet.

Diesem erfolgreichen Therapieschema SIS folgen mehrere Eisenzentren in Europa, sodaß im Jahre 2014 die multizentrische Praxisstudie Eurofer IV veröffentlicht werden konnte, in welcher 2.168 Patienten verschiedener Altersklassen auf Besserung von Symptomen des Eisenmangelsyndroms (IDS) durch Swiss Iron System (SIS) überprüft wurden.

Die Daten der Praxisstudie sind so überzeugend, dass wir unsere Praxis mit eigenem Eisenzentrum dem Vorgehen der Swiss Iron Health Organisation in Diagnostik und Therapie angeschlossen haben. Damit nehmen wir auch am Health-Banking der Gesellschaft teil, in welchem die Daten aus Diagnostik und Therapieverlauf personenanonym und therapiesimultan aufgezeichnet und weiter analysiert werden können. Ziel der Datenbank ist es, die weitere Verbesserung des Swiss Iron Systems im Sinne der Qualitätssicherung anzustreben, um künftig auch das Eisenmangelsyndrom (IDS) als ersatzpflichtige Krankenkassenleistung durchsetzen zu können.

Weitere Informationen unter: www.eisenzentrum.com